Donnerstag, 27.08.
Das Programm beginnt mit einem Begrüßungsplenum um 15.30 Uhr
Donnerstag 16:00 bis 18:00 Uhr
Was würde passieren, der Rhein Rechte hätte? Einführung in die internationale Bewegung für die Rechte der Natur, deren Ideen und Initiativen mit einer Referent:in vom Netzwerk Rechte der Natur e.V.
Mehr Infos: https://www.rechte-der-natur.de
Donnerstag 16:00 bis 18:00 Uhr
Konventioneller technischer Hochwasserschutz oder ökologische Alternative? Die politische Kontroverse um den zu sanierenden Deich in Düsseldorf-Himmelgeist läuft seit Jahren. Worum geht es, wer agiert in welcher Weise und wie ist der Stand der Auseinandersetzung heute. Klaus Kurtz vom BUND Düsseldorf referiert und diskutiert an diesem Beispiel über fachliche Grundlagen modernen Hochwasserschutzes und die Renaturierung unserer Flusslandschaften, über zivilgesellschaftliches Engagement und politische Erfolgsaussichten in einer für unsere Gesellschaft wichtigen Frage.
Mehr Infos unter: https://www.bund-duesseldorf.de/deich/
Donnerstag, 17 bis 18 Uhr
Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Bäche beginnen wieder zu fließen, der Regen kommt zurück und die Temperaturen sinken. Das internationale Projekt Water Stories zeigt, wie durch einfache naturbasierte Maßnahmen lokale Wasserkreisläufe innerhalb weniger Jahre wiederhergestellt werden können. Der Hydrogeologe Jarrid Tschaikowski stellt den Ansatz vor und berichtet von seinen Erfahrungen mit einem Sanierungsprojekt aus Südspanien. Gemeinsam diskutieren wir, welches Potenzial solche Maßnahmen auch für unsere Flusslandschaften haben.
Auf Deutsch.
Donnerstag 20:00 bis 22:00 Uhr
Der Māori-Flusswächter Ned Tapa nimmt die Filmemacher*innen und Aktivist*innen mit auf eine Kanufahrt auf dem Whanganui River in Aotearoa, Neuseeland. Der 320 Kilometer lange Fluss ist der erste weltweit, der als juristische Person anerkannt wurde. Seit über 150 Jahren kämpfen die Māori leidenschaftlich für den Schutz ihrer heiligen Lebensader. Auf diesem spirituellen Wasserweg teilen die Reisenden Geschichten von Widerstandskraft, Zerstörung und Heilung. Durch den Geist des Flusses als Begleiter und Erzähler reflektiert der Film über indigene Weisheit, die Verbundenheit allen Lebens und die globale Bewegung für die Rechte der Natur. Ein Aufruf, unsere Wertesysteme gegenüber der Natur und der Gemeinschaft zu überdenken – zum Wohle allen zukünftigen Lebens auf der Erde.
Hier gehts zur Website des Films: https://mindjazz-pictures.de/filme/i-am-the-river-the-river-is-me/20:
freitag, 28.08.
Freitag, 9:30 bis 11:30 Uhr Wasserbündnis Rheinisches Revier und Dr. Georg Gellert
Durch das jahrzehntelange Abpumpen des Grundwassers um die Tagebaue herum hat das Rheinische Revier bereits ein extremes Wasserhaushaltdefizit. Jetzt sollen die Tagebaue Hambach und Garzweiler – mittels der im Bau befindlichen Rheinwassertransportleitung – jährlich mit 340 Millionen m³ Wasser aus dem Rhein geflutet werden. In diesem Workshop stellt das Wasserbündnis Rheinisches Revier seine Arbeit vor und wie mit zivilgesellschaftlichem Engagement medialer öffentlicher Druck erzeugt werden kann, um wasserrechtliche Ziele erfolgreich durchsetzen zu können.
Desweitern werden die Vorhaben, Auswirkungen und Probleme rund um die Rheinwassertransportleitung und die Flutung der Tagebaue kritisch beleuchtet, sowie die Wasserentnahmestelle, die zu allem Überfluss genau in der Abwasserfahne des Chemparks Dormagen liegt. Der Workshop findet in Zusammenarbeit mit Dr. Georg Gellert statt, der die einseitigen Schlüsselgutachten der Rheinwassertransportleitung anschaulich auseinandernimmt und so auf das Fehlen unabhängiger Gutachten aufmerksam macht.
Mehr Infos unter: https://wasserbuendnis.org/
Freitag 09:30 bis 11:30 Uhr
Jedes Jahr treiben tausende Tonnen Müll durch den Kölner Rhein. Der Workshop verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Mikro- und Makroplastik mit Einblicken in die Arbeit der Kölner Rhein-Aufräum-Kommandoeinheit (K.R.A.K.E. e.V.). Gemeinsam starten wir eine Aufräumaktion am Flussufer und sammeln Plastikmüll, der anschließend zusammen mit dem Künstler:innenkollektiv maiskind zu einem Altar angeordnet wird. Diese wächst im Laufe des Camps weiter und wird zum Abschluss am Sonntag in einer Performance der Künstler:innen erneut aktiviert.
Weitere Infos unter: https://krake.koeln/
9.30 bis Mittagessen
Du fühlst dich noch unsicher auf Demos, weißt nicht was erlaubt ist und was nicht? Dann ist das hier genau der richtige Slot für dich.
Freitag 13:30 bis 14:30 Uhr Michal Kravčík (Holistic Water/Slowakei)
In diesem Onlinevortrag überträgt der weltbekannte Hydrologe Michal Kravčík aus der Slowakei seine Erfahrungen und Pläne zur Revitalisierung von Flüssen und Wassereinzugsgebieten auf den Rhein. Michal Kravčík liefert auf die drängendste Frage, wie der Rhein wieder mehr Wasser bekommen kann, eine praktisch-visionäre Antwort, deren Beantwortung auch für die Flutung der Tagebaue eine besondere Relevanz hat.
Die Slides der Präsentation sind auf Deutsch und die Sprache ist Englisch mit deutschen Untertiteln. Es wird Frage & Antwortmöglichkeiten und Raum zur Diskussion geben.
Weitere Infos unter: https://www.waterholistic.com/de/
13.30 bis 18 Uhr
Infos folgen
Freitag, 13:30 bis 15:30 Uhr und 16:00 bis 18:00 Uhr
Flüsse bilden ein komplexes Netzwerk, in das wir mit unseren persönlichen Geschichten eingebunden sind. Welche Beziehungen pflegen wir zum Rhein? In diesem offenen Gegen-Kartierungs- und Zeichen-Workshop sammeln und skizzieren wir Erinnerungen und Anekdoten zum Rhein und von dort aus zu Flüssen und Wasserbewegungen aus aller Welt. Direkt am Flussufer entsteht gemeinsam eine wachsende Karte, die unsere Geschichten abbildet und miteinander verwebt und die sich im Laufe des Rhein-Flusscamps durch die Beiträge aller Teilnehmenden weiterentwickelt.
Şermin Güven führt in ihre Methode der Gegen-Kartierung ein und teilt Geschichten und Stimmen von Menschen aus Kurdistan. Luca Scheunpflug berichtet von seiner Arbeit mit Aktivist:innen in Spanien, die gegen die Ansiedlung und das Water Grabbing von Datenzentren kämpfen. Prajna Kumaraswany stellt das Zeichnen als kreative Methode vor, mit der wir unserer Beziehung zu Flüssen Ausdruck verleihen können, ohne dass es dafür künstlerisches Geschick braucht. Mit der Anthropologin Şermin Güven, der Stadtplanerin, Architektin und Künstlerin Prajna Kumaraswany und dem interdisziplinären Stadtforscher und Soziologen Luca Scheunpflug.
Auf Deutsch und Englisch.
Freitag 16:00 bis 18:00 Uhr Timo Luthmann (Klima*Kollektiv)
Was ist Watershed-Organizing? Neue verbindende Erzählungen, neue Organisierungsansätze und neue juristische Hebel – die Rheinkampagne als Pilotprojekt möchte diese verschiedenen Ansätze zusammenbringen. Dabei werden die kulturelle Ebene, der praktische Widerstand gegen Vergiftung und Übernutzung der Industrie und solidarische Klimaanpassung durch Wasserretentionsmaßnahmen und Renaturierung der Flüsse in den Blick genommen. Nachdem dieser praktische Kampagnenvorschlag kurz vorgestellt wurde, ist hier der Raum, wo wir uns austauschen, vernetzen und gemeinsam Pläne schmieden können, für unseren Rhein und unsere Lebensgrundlagen.
-aus persönlichen Gründen abgesagt-
In diesem Workshop betrachtet Carlos Decan die Aspekte von Kolonialismus, Macht und Wasser auf dem afrikanischen Kontinent aus einer panafrikansischen Perspektive. Ebenfalls wird der Film „Capturing Water“ gezeigt.
Freitag 20:00 bis 21:00 Uhr mit Muita Merda, politisches Kabarett aus Aachen
Wenn Wohlstand uns heute schon zu viel kostet, rechtsnationale Rattenfänger immer ungehemmter agieren, fast alle Parteien sich deren Forderungen annähern und der Papst keine Waffen mehr segnen will, gerät Gewohntes ins Wanken. In ihrem neuen Programm „Seitenwende“ stellt die Kabarettgruppe „Muita Merda“ Fragen zur Debatte, die weit über die vielerseits geforderte „Kriegstüchtigkeit“ hinausgehen. Mehr Informationen: https://www.muita-merda.de/
Freitag 21:00 bis 22:30 Uhr
Der Dokumentarfilm Soulèvements (2025) von Thomas Lacoste ist ein 106-minütiges, chorales Porträt der französischen Umweltbewegung Les Soulèvements de la Terre (Aufstand der Erde). Der Film beleuchtet anhand von 16 persönlichen Lebensgeschichten und Stimmen den generationsübergreifenden Widerstand gegen Land- und Wasserraub, industrielle Zerstörung sowie politische Repression.
Thematisiert werden der Kampf um natürliche Ressourcen (wie Wasser und Boden), ökologische Nachhaltigkeit und der Widerstand gegen den Aufstieg totalitärer Tendenzen.
Der Film wird mit deutschen Untertiteln gezeigt und als Vorfilm gibt es den Mobitrailer für die Aktionstage gegen Pestizide am 03.10.2026 von den Soulèvements.
Mehr Infos unter: https://soulevements-lefilm.org/
Samstag, 29.08.
Samstag 9:30 bis 11:15 Uhr Kiwi vom Klima*Kollektiv e.V.
Lasst euch auf eine interaktive visuelle Reise entlang der Wasserkreisläufe zu den Verbindungen zwischen Wassergrabbing, Klimakrise und der Regeneration unserer Ökosysteme mitnehmen! In der brandneuen grafikbasierten Erzählung „Water Always Wins“ (Wasser gewinnt immer) des Klima*Kollektiv haben die beiden Zeichner:innen Otto Barboni und Bárbara Niño über ein Jahr hunderte Geschichten aus Deutschland und weltweit miteinander verwoben: In diesem riesigen schwarz-weißen Wimmelbild können wir entdecken, wie dutzende Tiere wie Biber, Bitterling, Graureiher oder Süßwasserpolypen in der Luft, im Wasser und unter der Erde für den Schutz unseres Wassers kämpfen – gegen Verschmutzung und Watergrabbing durch mechanische schwarze Schlangen, gegen massive Dämme oder die Ökonomisierung unseres Wassers. Die Referent*in Kiwi vom Klima*Kollektiv e.V. nimmt euch mit auf eine Reise entlang des Wasserkreislaufs, von den magischen Ursprüngen des Wassers hin zum verborgenen Wasser in Pflanzen und Böden, zu bedrohlichen, abgeschotteten Wassertürmen und Mut machenden Geschichten der Regeneration – von einer Stadt aus Schwämmen zur Wasserscheidendemokratie und Pflanzen wie der mächtigen Pappel. Denn: Am Ende gewinnt das Wasser immer.
Samtag 9:30-11:15 Uhr u.a. mit Jan Pehrke von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)
Diese Veranstaltung besteht aus zwei Inputs mit anschließendem ausführlichen Raum zur gemeinsamen Diskussion.
Der erste Input geht um die „BAYER, Wasser/Biodiversität und die Dekolonisierung von Landwirtschaft“. Es werden konkrete Verschmutzungen vor Ort thematisiert, wie der Chempark Dormagen und Leverkusen, und Widerstandspotential regional und international aufgezeigt.
Der zweite Input widmet sich dem Thema „Der Rhein als BAYERs „Opferstrecke“
Der BAYER-Konzern ist seit seiner Gründung im Jahr 1863 ein großer Wassernutzer und -verschmutzer. Über 50 Millionen Kubikmeter verbrauchte der Leverkusener Multi 2025, und 30 Millionen Kubikmeter davon ließ er als Abwässer zurückfließen. Darin tummeln sich dann unter anderem Stickstoffe, Phosphor, Schwermetalle und Rückstände von Pestiziden wie z. B. der PFAS-Stoff TFA. An den Kosten für die immer teurere Aufbereitung zur Trinkwasser-Gewinnung will der Agro-Riese sich dennoch nicht beteiligen. Dafür fordert er aber forsch Maßnahmen von der Politik, wenn die Flüsse ihm – wie in diesem Sommer durch das Niedrigwasser – ihre Dienste zu versagen drohen.
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) ist aus einer Bürgerinitiative hervorgegangen, die sich 1978 nach einer Serie von Störfällen am BAYER-Standort Wuppertal gegründet hat.
Samstag 12:00 bis 16:00 Uhr
Startpunkt BAYER AG Monheim Crops Science Division, Alfred-Nobel-Str. 50 in Monheim
12:00 Uhr Mahnwache
12:30 Uhr Konzert Lebenslaute
13:00 Uhr Demostart
Weitere Infos folgen.
Samstag 16:30 bis 18:30 Uhr
In diesem Zeitraum wird es eine methodisch vorbereitete Vernetzungseinheit geben, in der wir uns als Aktive & Interessierte zum Thema Wasser und Rhein vernetzen werden, um im nächsten Schritt besser ins Handeln zu kommen.
Samstag 20:00 bis 21:00 Uhr
Der bekannte Buchautor und Übersetzer Hans Jürgen Balmes wird aus seinem Werk „Der Rhein – Biographie eines Flusses“ lesen.
Mehr Infos unter: https://www.fischerverlage.de/buch/hans-juergen-balmes-der-rhein-978359670424
Hans Jürgen Balmes, 1958 in Koblenz geboren, ist Lektor und Übersetzer. Für »Mare« schrieb er über die »Quellen der Meere«. Mit »Der Rhein. Biographie eines Flusses« schrieb er ein natur- und kulturgeschichtliches Porträt des Flusses. Zuletzt veröffentlichte er in »Sinn und Form« über die verschwundenen Gletscher: »Erstes Licht, letzte Blicke« Aus dem Englischen übersetzte er John Berger, Barry Lopez sowie Gedichte von Robert Hass, W. S. Merwin, Martine Bellen und Warsan Shire.
Samstag 21:00 bis 22:30 Uhr
Ein Dokumentarfilm in Spielfilmlänge, der den Kampf einer lokalen Gemeinschaft um die Rettung ihres Badegewässers auf einzigartige, gewagte und typisch bristolische Weise nachzeichnet. Ein herzbewegender Film über wildes Schwimmen in Flüssen, Naturbeziehung und Spaß bei politischen Kampagnen.
In englischer Originalsprache mit maschinell-übersetzten Untertiteln in deutscher Sprache.
Mehr Infos unter: https://www.eightysita.com/raveonfortheavondocumentary
Sonntag, 30.08.
Sonntag 9:30 bis 12:30 Uhr Startpunkt Rheincamp
Führung durch die Biotope und Pflanzengesellschaften der Urdenbacher Kämpe. Hubert Sumser berichtet außerdem von den Problemen, die Flora und Fauna vor Ort haben.
Sonntag 9:30 bis 10:30 mit dem Wasserbündnis Rheinisches Revier
Kanalisierung, Schadstoffeintrag, künstliche Quellen – was wir im großen am Rhein erleben, findet auch kleinen in unserer Nachbarschaft statt. Auch hier im Rheinland. Lernt mit uns regionale Beispiele kennen, die Geschichte, die Biodiversität und was wir für unsere Bäche und Flüsse machen können. Lasst uns gemeinsam im kleinen den Schritt zu mehr Natur und gesellschaftlichem Zusammenarbeit im kleinen in unserer Nachbarschaft wagen.
Mehr Infos unter: https://wasserbuendnis.org/
Sonntag 9:30 bis 10:30 Uhr
Wir von LAS gemeinsam wollen den Johannishof der Alanus Hochschule gemeinsam kaufen und zu einem lebendigen Ort für gemeinschaftliches Wohnen, solidarisches Wirtschaften, Ökologie, Bildung und Kultur weiterentwickeln. Dafür suchen wir Menschen, die mit uns dort leben möchten – und Menschen, die unser Vorhaben mit einem Direktkredit unterstützen und so den Kauf ermöglichen.
Sonntag 10:30 bis 21:30 Uhr
Hier sind alle Gruppen eingeladen sich vorzustellen und neue Leute miteinzubeziehen. Der Markt der Möglichkeiten soll den Vernetzungs- und Strategieraum des Camps beenden, indem Zeit ist, um in Ruhe zu reden, Kontakte auszutauschen und nächste Treffen zu planen.
Sonntag 9:30 bis 10:30 Uhr
Infos folgen.
Performance Sonntag, 30.8., 12:30-13:30, am Flussufer beim Plastikmüll-AltarJedes
Jahr treiben Tausende Tonnen Müll durch den Kölner Rhein. Der Workshop verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Mikro- und Makroplastik mit Einblicken in die Arbeit der Kölner Rhein-Aufräum-Kommandoeinheit (K.R.A.K.E. e.V.). Gemeinsam starten wir eine Aufräumaktion am Flussufer und sammeln Plastikmüll, der anschließend zusammen mit dem Künstler:innenkollektiv maiskind am Flussufer zu einem Altar angeordnet wird. Diese wächst im Laufe des Camps weiter und wird zum Abschluss am Sonntag in einer Performance der Künstler:innen erneut aktiviert. Auf Deutsch.